Blogbuch

Mit der Veröffentlichung meines ersten Buches beginnt gleichzeitig dieses Blogbuch und damit auch eine neue Seite meines Lebens.

Bis jetzt führte ich eher das Leben eines "halben Einsiedlers", denn das entspricht meiner Mentalität und meiner Lebensweise. Die andere Hälfte von mir ist nun auch gerne bereit, mein Dasein nach außen hin öffentlich zu gestalten – und zwar in der Weise dieser Website, die für jeden Menschen zugänglich ist. Dabei muss ich meine Lebensweise nicht grundsätzlich ändern. Ich schaue mir nach wie vor die Welt und ihr buntes Treiben mit den Augen eines spirituellen Menschen an und versuche, mir alles aus der Sicht der mystischen Erfahrung zu erklären – so wie ich das schon seit über 20 Jahren zu tun pflege. Für mich ist dies nach wie vor aufregend, faszinierend und spannend. Mein Verstehen nimmt auf diese Weise zu und ich habe dabei eine Menge Spaß und Freude. Kein Gebiet wird dabei von mir "verschont":

Gesellschaft, Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Umwelt, Medizin – vieles interessiert mich und wird von mir deshalb in Ruhe und Stille angeschaut. Schließlich will alles "gut geprüft und abgeklopft" werden. Ein Drauflos-Reden und spontanes Plappern liegt mir nicht.

So könnte ein Motto von mir lauten: Reden ist Silber, Schweigen ist Gold – doch auch Worte können Gold wert sein, wenn sie aus dem Schweigen kommen. Hier fühle ich mich zu Hause. Jedes spirituelle oder gar mystische Leben braucht eine gewisse Portion an Ruhe und Stille.

Damit Ihnen, den Gästen meines Home, Ihre persönlichen Schritte auf diesem Gebiet besser gelingen, werde ich gerne ein paar Erfahrungen und Überlegungen von mir mit Ihnen teilen. Jedoch nur, wenn es etwas zu erzählen gibt, das für Sie und Ihren spirituellen Weg interessant und von Bedeutung sein könnte:

als Orientierung, Wegweiser, Motivation, Trost, Aufmunterung, geistige Anregung, praktische Hilfe ....

 

Wir werden sehen, was sich entwickelt. Denn diese Seite ist am Werden.

Stein auf Stein und Schritt für Schritt.

Es ist noch Platz,

um einen Stein

 auf den Stapel zu legen.

Farbwechsel                                                         (12.Nov.2017)

Ein Blick in den Garten zeigt uns die letzten Blüten mit bunten Farben: Gelb, Rot, Blau, Orange und Violett. Sonnenhut, Ringelblumen, Fuchsien, Astern, Chrysanthemen und Rosen. Wir können Sie noch einmal beäugen, bevor sie allmählich immer mehr schwinden und schließlich ganz aus unserem Blickfeld geraten ..., weil die Natur sich zurückzieht.

Gut, dass wir nicht auf die Idee kommen, diese Farblosigkeit künstlich zu überdecken, indem wir im Garten und in Parkanlagen für künstliche bunte Färbung sorgen, nur weil wir den Wechsel der Natur nicht akzeptieren und mitmachen wollen.

Es ist normal, dass die Farben in der Welt kommen und gehen, uns erfreuen bei ihrer vielfältigen Anwesenheit und Wehmut bei uns hinterlassen, wenn sie schwinden und monotoner grauer Tristesse Platz machen.

Lassen Sie sich auch nicht täuschen von den vielen bunten Farben im Supermarkt, nachdem Sie am frischen farbenreichen Obst und Gemüse vorbeigegangen sind: Was dann kommt, sind fast alles künstlich hergestellte Farben!

Wir können uns dem natürlichen Farbwechsel anvertrauen: Wie aus dem Nichts tauchen die Farbtupfer im Frühjahr wieder auf, in unzählbarer Pracht und großer Verwandlungskunst der Natur. Dann kommen die erfreulichen Farben wieder, weil die Zeit reif dafür ist. So schaut sich ein reifer Mensch dieses Treiben der Natur auch an und geht mit hinein in den Farbmangel und dann wieder heraus aus der Grautönigkeit und hinein in die froh gelaunte Farbfülle. Nur so können wir Fühlung aufnehmen mit den tieferen Wahrheiten unserer Natur.

Aller Anfang ist schön!                                                    (4.Nov.2017)

Vor kurzer Zeit war ich bei einer Meditation dabei, als einfacher Teilnehmer (sozusagen inkognito). Es waren 25 Minuten Verweilen in Stille im Stile des Zen. Während der Zeit hat der Leiter anleitende Worte gesprochen, um auch Neulinge da abzuholen, wo sie sich als Ungeübte befinden. Dies ist ihm vorbildlich gelungen (was mir eine wohlige innere Freude verschaffte). Anschließend hat eine Frau Folgendes gesagt: "Ich habe so etwas heute zum ersten Mal gemacht. Es hat mir sehr gut gefallen und ich werde es auch künftig für mich weitermachen."

Wie sehr sie von dieser halben Stunde angetan war, zeigte sich an ihrer Stimme und Ausdrucksweise; sie war angenehm überrascht, geradezu in Dankbarkeit, etwas Schönes für sich entdeckt zu haben.

Für mich sind dies schöne Momente und glückliche Ereignisse; auch wenn ich "nur Zuschauer" war, doch das spielt keine Rolle. Ich freue mich mit der Frau über den neuen Anstoß in ihrem Leben, von dem sie sofort gespürt hat, dass er ihr wichtig ist.

Man kann 20, 30 oder 40 Jahre lang leben und sodann geht eine neue Türe auf. Und sie war schon immer da. Das finde ich sehr erstaunlich!

Ich wünsche der Frau viel Erfolg bei ihrer neu entdeckten Stille.

Heute im Oktober 2017

Ich halte mein erstes Buch in meinen Händen. Ein bewegender Moment. Fast ein Jahr war ich damit schwanger (es sollte eigentlich schon früher kommen), jetzt ist es draußen.

Es spricht: "Hallo, da bin ich! Wenn Du willst, kannst Du mich auch einmal in Deine Hände nehmen. Und schau mich ruhig von allen Seiten an."  

 

Obige Zeilen habe ich in einem Café geschrieben. In dem Moment wird zehn Meter vor mir ein Kinderwagen abgestellt; das darin sitzende Kleinkind schaut genau in meine Richtung. Ich winke mit meinem erhobenen Arm dem Kind zu; das Kind winkt mir zurück. Kurz danach hebt es sogar beide Arme, mir zum Gruß. Und zwei Minuten später (ohne mein Zutun) hebt es nochmal seinen Arm.

Ein Wink des Lebens 

      Liebe Freundinnen und Freunde

       lebendiger Spiritualität!

Auf ins neue Jahr!                                                 (30.12.17)

Vor kurzem haben wir mit unseren Familien und Liebsten ein friedliches Fest gefeiert. Wir haben uns im ganzen Land während der Adventszeit um mehr Freundlichkeit und christliche Nächstenliebe bemüht, damit wir danach die Weihnachtstage auch festlich feiern konnten:

In den Kindergärten, Schulen und Seniorenheimen; der Betriebsfeier oder dem Verein. Beim Plätzchen-backen mit den Kindern, dem Weihnachtskonzert und dem Bummel über den wohlduftenden Christkindlmarkt; auch der Glühwein vor der Kirche und ein Gang durch festlich geschmückte Straßen und Geschäfte durften nicht fehlen.

Die Zeit hatte viel zu bieten an Licht, Wärme, Fürsorge, gegenseitigem Beglücken und Sich-Gutes-Gönnen.

Der Pfarrer sprach in trefflicher Weise von einem „humanistischen Ausnahmezustand“. Was, wenn das nicht nur eine Ausnahme bliebe?! Das wäre wahrlich eine frohe Botschaft.

 

An Weihnachten haben wir die Geburt eines besonderen Menschen gefeiert, der während seines ganzen Lebens Mitgefühl aufbrachte für seine Mitmenschen, besonders für Hilflose und Kranke, Arme und Ausgegrenzte in der Gesellschaft.

 

Der mystische Weg nimmt diese geheiligte Geburt gerne als Vorbild:  

    Unser Herz sei eine Krippe,

    in der die Geburt Gottes Wirklichkeit werde.

Damit ist uns ein ganzes Programm in die Wiege gelegt. Das wird vermutlich genug an Vorhaben sein für das nächste Jahr. Weitere Großtaten dürfen deshalb großzügig entfallen; sodass für unsere Mitmenschen auch noch etwas übrig bleibt.

 

Wünschen wir uns als Christen (und Menschen) gegenseitig, dass wir im kommenden Jahr den „humanistischen Ausnahmezustand“ ausweiten und in unserem Herzen mehr und mehr das Göttliche/Menschliche verwirklichen – zum Segen für uns und die kleine Welt um uns herum.

        Eine schöne Taufe                                                 (17.12.17)

Kein Wunder, dass bei der anwesenden Familie, den Freunden und Bekannten eine helle Freude aufkommt, wenn die kleine Anna Laura in ihrem schmucken weißen Kleid getauft wird. Das bedeutet: Zuspruch, Segen und Verheißung für den gerade beginnenden christlichen Weg. Sie wird gesalbt mit Chrisam (Olivenöl und wohlriechender Balsam), auf dass es sie beschützen möge. Gesegnetes Wasser über ihr Haupt bringe ihr lebendiges Leben in all ihren Lebensphasen; die beigelegten Rosen schmücken ihren Weg mit so mancher kleinen Dorne, aber vor allem mit viel Schönheit und den Farben der Liebe.

Die Wirklichkeit Gottes begleitet dich. Hoffnung für dein Mensch-Sein, auf dass du im weltlichen Leben nicht verschluckt werdest von Verzagtheit, Ziellosigkeit und Verirrung. Mut, Vertrauen und der Sinn für das Wesentliche sind die richtigen Gaben für einen neuen Weg zum christlichen Mensch-Werden.

Da heißt es nicht: Du sollst dich durchsetzen, egal wie. Andere Menschen sind deine Gegner. Nimm dir, so viel du kannst. Sei mit allen Wassern gewaschen. Arbeite mit Tücke und List. Versprechen musst du nicht halten. Bringe dein Geld in die nächste Steueroase. Hauptsache, diskret. Dann kann es sich stillschweigend vermehren. Sei der Maßstab deines eigenen Handelns und genieße das Leben, so oft du nur kannst und wo immer du nur kannst. Dir wird im Leben nichts geschenkt!

Die christliche Taufe sagt jedoch etwas anderes:

In der Taufe wird dem neuen Menschen ein hoffnungsvolles und vor allem würdiges Leben geschenkt. Wie ein gesalbter König, eine Königin, sollst Du aufrecht durchs Leben gehen. Schön und reich ist so ein christlicher Weg, wenn er wirklich gegangen wird! Hier erfahren wir, was Wahrhaftigkeit und ehrlicher Stolz bedeuten!

 

Viel Glück, liebe Anna Laura,

Du wirst es schaffen.

Und Du bist nicht allein:

Deine Eltern begleiten Dich und Deine Taufpaten, Freunde und Gemeindeangehörige -

und jeder, der diese Zeilen gelesen hat.

               Advent – Ankunft des Herrn                       (3.Dez.2017)

       Was, wenn ER kommt, und wir sind nicht zu Hause?

       Sind ganz aus dem Häuschen

       wegen der vielen teuren Geschenke,

       die wir kaufen wollen und die für uns gekauft werden.

       Könnte ER nicht später nochmal kommen?

       Vielleicht nächstes Jahr?

       Dann sind wir bestimmt zu Hause.

       Und singen gemeinsam:

                 „Alle Jahre wieder ...“